Winterwochenenden in St. Andreasberg

Die gemeinsamen Winterwochenenden in der vereinseigenen Skihütte in St. Andreasberg finden seit 1991 statt und haben sich zu einer echten Traditionsveranstaltung entwickelt. In den letzten Jahren haben wir das erste oder zweite Wochenende im Februar gewählt, um auf der Jordanshöhe über dem Luftkurort - dort steht die Hütte - den Naturpark Harz zu genießen.

Sind am Freitag Abend die steilen Anstiege auf den nicht selten schneebedeckten Straßen erst einmal überwunden, erreicht man die abseits gelegene Hütte auf den letzten 500m über einen Schotterweg. Die Gestaltung der gemeinsamen Zeit hängt naturgemäß vom Wetter und vor allem von den Schneeverhältnissen ab.

Das verschneite St. Andreasberg
 

Bisher hat es kaum ein Wetter geschafft uns daran zu hindern, die Zeit tagsüber im Freien zu verbringen. Wenn es die Schneelage zuläßt, ist eine gemeinsame Tour auf Langlaufskiern ein fester Programmpunkt. Dabei schätzen sich diejenigen von uns glücklich, die selbst ein paar Skier besitzen; der Rest leiht sich die Ausrüstung im lokalen Skiverleih, dessen berüchtigtes Material so eine Art Höchststrafe darstellt: Wer auf den stumpfen Latten länger als zwei Stunden rumgerutscht ist, hat in der Regel alle Reserven verbraucht und gilt für den Rest des Wochenendes als verheizt. Fehlt der notwendige Schnee, werden stattdessen Laufeinheiten absolviert, bei denen entweder das reine Ausdauertraining im Vordergrund steht oder anhnand von Wanderkarten bzw. Luftbildaufnahmen Orientierungsaufgaben zu lösen sind.

Tagsüber wird die verbleibende Zeit mit einer American-Football-Schlacht oder - etwas ruhiger - beim gemeinsamen Iglubau verbracht. Bei letzterem zeichnet sich insbesonderer Claus als hauptamtlicher Architekt und Baumeister aus und setzt dabei ungeahnte Energien und einen unbändigen Tatendrang frei.

Am frühen Samstag Abend steht die Wiederherstellung des Energiehaushalts im Vordergrund. Während des Kochens entströmt der gut ausgestatteten Hüttenküche eine unwiderstehlicher Tomatensaucenduft, der die Mitglieder der Abteilung kurzfritig in ein Rudel wilder Tiere verwandelt. Alle haben Kohldampf, die Grundstimmung ist hungrig gereizt und die Portionen werden in Gedanken verteilt, bevor das Nudelwasser überhaupt kocht. Trotz bergeweisem Verzehr von Pastaprodukten ist bisher immer etwas übrig geblieben.

Die frische Luft des Tages und das gute Essen am Abend hat bei den meisten eine einschläfernde Trägheit zur Folge. Um Abhilfe zu schaffen, findet daher im Anschluß alljährlich eine Fuchsjagd statt. Dazu werden ein bis drei Mitglieder als Füchse auserkoren, um mit einem jämmerlichen Vorsprung von fünf Minuten vom Rest der Truppe über die nächtliche, zugeschneite Jordanshöhe gehetzt zu werden. Der Freizeitwert ist hierbei insbesondere für die Verfolger bemerkenswert hoch.

Ausreichend Schnee vorausgesetzt, findet danach für die ganz besonders Hartgesottenen noch das nächtliche Schlauchrutschen statt, das auch tagsüber ein nicht wegzudenkender Programmpunkt des Harzwochenendes ist: Auf den aufgeblasenen Schläuchen zweier Tarktorreifen, die zum Inventar der Hütte gehören, stürzt sich die Abteilung dabei gruppenweise (3-5 Rutscher je Schlauch) ins Tal, ohne daß sich jemand jemals eine ernsthafte Verletzung zugezogen hätte.

Auch ohne Schlauchrutschen sind die Abende nach der Fuchsjagd lange nicht zu Ende: ohne die obligatorische Runde "Risiko" geht eigentlich nie jemand ins Bett. Jeder, der Risiko kennt, der weiß, daß ein Spiel selten kürzer als zwei Stunden dauert. Da wir in den seltensten Fällen ohne Revanche auskommen, wird in der Nacht auf Sonntag meistens nur sehr kurz geschlafen...

Der Sonntag beginnt eigentliche immer mit einer weiteren Ausdauereinheit, sei es auf Skiern oder zu Fuß. Nach dem mittäglichen Eintopfessen wird noch fix die Hütte gereinigt und dann geht es auch schon wieder auf den Heimweg, auf dem man immer wieder feststellt, wie schnell doch so ein Wochenende herumgehen kann.

zurück zu den Aktivitäten